When the soul is burning

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experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions .. When the pain reaches the soul
When the pain reaches the soul and the
pain becomes unbearable.  The soul is reflected
in the water and hopes to drown the pain in the water
 
experimental photo work by © Christa Linossi 2021 – From the series Illusions .. When the pain reaches the soul Teil 2

Ars Electronica Festival 2015 Der Zukunft wieder einen Schritt voraus!

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Ars Electronica blickt wieder in die Zukunft! Weiterlesen

Ein chinesischer Tempel zu Besuch in Salzburg

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Zhang Huan „My Temple“

bis 29. September 2015

Die Salzburg Foundation präsentiert das zweite Kunstprojekt Krauthügel in Salzburg. Das Kunstprojekt Krauthügel ist eine auf fünf Jahre angelegte Kooperation zwischen der Salzburg Foundation, der Erzabtei St. Peter und der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. 2014 war Tony Cragg der erste Künstler der seine drei einzigartigen Bronzeskulpturen „Points of View“, „Runner“ und „Mixed Feelings“  auf dem Krauthügel präsentierte. Weiterlesen

Weibliche Linien im Feld des Unausgesprochenen

Drei Frauen. Drei Linien. Drei Positionen.

FRAU — nicht das schwache Geschlecht, sondern das übersehene. Sie bringt Leben, hält Systeme zusammen, denkt in Kreisen, nicht in Hierarchien.

Und doch: Sie soll schön sein. Nicht zu laut. Nicht zu klug. Nicht zu viel.

Modezeitschriften, Schminke, Frisuren — ein ästhetisches Korsett.

FRAU ist nicht das Ornament der Welt. Sie ist ihr Ursprung.

Sie arbeitet, erzieht, pflegt, denkt, fühlt — und wird dennoch an den Rand gestellt.

Warum? Warum wird sie beschämt, übersehen, ermordet?

Und trotzdem steht sie da. Nicht hinter dem Mann. Sondern neben ihm. Vor ihm. In sich selbst.

FRAU ist nicht das Echo. Sie ist die Stimme.

Kosmos Zauberflöte – Eine Reise in Mozarts Weltwerk

Wo Märchen, Ritual und Musik zu einem eigenen Universum verschmelzen

Ausstellungsansicht im Mozart-Wohnhaus: Mozarts Hammerklavier und historische Porträts im Zentrum der Sonderausstellung „Kosmos Zauberflöte“. Foto: Rudi Gigler, 2026

Sonderausstellung im Mozart-Wohnhaus zu Mozarts 270. Geburtstag

Wenn man das Mozart‑Wohnhaus betritt, verändert sich etwas. Die Schritte werden leiser, die Luft dichter, und plötzlich steht man in einem Raum, der weniger Ausstellung ist als ein Übergang: ein Schimmer zwischen Märchen und Ritual, zwischen Bühne und Wirklichkeit. „Kosmos Zauberflöte“ öffnet sich nicht wie eine Schau, sondern wie ein Tor — hinein in die Entstehungsgeschichte eines Werkes, das seit 1791 die Welt begleitet.

Ausstellungsansicht mit Theaterzettel und Spazierstock: Geschichte und Symbolik nebeneinander. Der Blick auf Mozarts Weltwerk verdichtet sich hier in Text und Objekt. Foto: Wolfgang Lienbacher, ISM_Kosmos-Zauberfloete_Klumpner-Spazierstock_Gatewood-Theaterzettel_1_c_Wolfgang-Lienbacher_437

Die Ausstellung zeigt nicht nur Objekte – sie zeigt die Geburt eines Weltwerks. Schikaneders Libretto, Mozarts Clavichord, historische Bühnenbilder: Alles fügt sich zu einem Bild, das weit über die Oper hinausweist. Es öffnet sich ein Kosmos, der weder Märchen noch Mythos sein will – und doch beides ist. Die Zauberflöte, geboren aus Schikaneders Feder und beflügelt von Mozarts Musik, entfaltet sich hier als Werk, das die Menschheit seit Jahrhunderten begleitet.

Zwischenfrage? Wer war Schikaneder? Emanuel Schikaneder (1751–1812) war Schauspieler, Sänger, Dichter – und der Mann, der das Libretto zur Zauberflöte schrieb. Ein Freund und Weggefährte Mozarts, mit dem er dieses Werk aus dem Nichts erschuf.

Das Libretto und der Theaterzettel von 1791 – die Geburt auf Papier

Original-Theaterzettel zur Uraufführung der „Zauberflöte“ am 30. September 1791 im Theater auf der Wieden. Emanuel Schikaneder als Librettist und Papageno, Wolfgang Amadé Mozart als Dirigent – ein historisches Dokument, das den ersten Atemzug eines Weltwerks festhält. Foto: Rudi Gigler, 2026

Zwei Blätter, die die Welt veränderten. Das Libretto – Schikaneders Handschrift der Fantasie. Der Theaterzettel – nüchtern, fast bürokratisch, und doch der erste Atemzug eines Weltwerks.

Man begreift beim Hinsehen: Bevor Musik erklingt, bevor Bühnenbilder entstehen, bevor ein Publikum atmet, braucht es ein Blatt Papier, das den Mut hat, zu beginnen.

Das Clavichord – Mozarts leises Labor

Mozarts Clavichord – das leise Labor der Zauberflöte. Auf diesem Instrument entstanden die ersten Töne der Oper, im Flüsterton, fern von großen Sälen. Ein stilles Zeugnis dafür, dass Weltwerke oft im Kleinen beginnen. Foto: Rudi Gigler, 2026

Es steht da, unscheinbar, fast schüchtern. Ein Instrument für die Stille, nicht für den großen Saal. Auf diesem Clavichord hat Mozart die Zauberflöte komponiert – Töne, die heute die Welt füllen, entstanden hier im Flüsterton. Ein stiller Hinweis darauf, dass große Werke oft im Kleinen beginnen.

Mozarts Gehstock – ein Symbol zwischen zwei Welten

Ausstellungsobjekt im Mozart-Wohnhaus: Mozarts Spazierstock mit Sphinxkopf, übergeben an den ersten Sarastro der Uraufführung. Ein stilles Symbol für den Übergang vom realen Komponisten zur rituellen Figur. Der Griff wirkt wie ein Wächter zwischen zwei Welten. Foto: Wolfgang Lienbacher, ISM_Kosmos-Zauberfloete_Spazierstock_c_Wolfgang-Lienbacher_635

Ein einfacher Stock, und doch ein Stück Mythos. Der Sphinxkopf am Griff wirkt wie ein Wächter zwischen der realen Welt des Komponisten und der symbolischen des Sarastro.

Mozart schenkte diesen Stock dem ersten Sarastro der Uraufführung – ein stiller Übergang von Mensch zu Rolle, von Alltag zu Ritual.

Bühnen- und Kostümentwürfe – die wandelnden Gesichter der Zauberflöte

Über zwei Jahrhunderte hinweg haben Künstler versucht, die Zauberflöte zu fassen: als Märchen, als Traum, als Ritual, als politisches Gleichnis.

Jeder Entwurf ist ein Versuch, das Unfassbare zu greifen. Federn, Sterne, Tempel, Lichtkegel – und die Erkenntnis: Die Zauberflöte ist kein Werk, das man besitzt. Sie ist ein Werk, das man immer wieder neu erfindet.

Die Kostüme der Salzburger Festspiele – Körper gewordene Musik

Kostüme der Salzburger Festspiele: Farben, Stoffe und Formen, die Musik sichtbar machen – als Haut der Oper. Foto: Christa Linossi, 2026

Stoffe, die Geschichten tragen. Farben, die Charaktere formen. Ein Papageno, der in Federn lacht. Eine Königin der Nacht, die in Dunkelheit glitzert.

Diese Kostüme sind nicht nur Kleidung – sie sind die Haut der Oper, das sichtbare Echo der Musik.

Die Freimaurer-Symbolik – das unsichtbare Gerüst

Nicht als Objekt ausgestellt, aber überall spürbar: Dreiklänge, Lichtachsen, Prüfungswege.

Die Zauberflöte ist ein Ritual, das sich als Märchen tarnt. Und die Ausstellung zeigt genau dieses Doppelspiel: die kindliche Oberfläche und die philosophische Tiefe.

Mozarts letzter Weg – ein stiller Abschied

Historische Konzertgeige aus Mozarts musikalischem Umfeld. Ein Instrument, das nicht nur Klang, sondern auch Nähe zum Komponisten trägt – als Teil seines gelebten Kosmos. Foto: Rudi Gigler, 2026

Am 5. Dezember 1791 verstarb Wolfgang Amadé Mozart überraschend im Alter von nur 35 Jahren. Wenige Monate zuvor hatte er persönlich die Premiere der Zauberflöte dirigiert – ohne dass jemand im Publikum ahnte, dass dies einer seiner letzten großen Auftritte sein würde. In diesem Wissen wirkt die Oper heute, wie ein Vermächtnis: ein Werk, das Licht, Prüfung und Menschlichkeit feiert, während sein Schöpfer bereits am Rand des Abschieds stand.

Tauchen Sie ein in die Welt der Zauberflöte — diesmal nicht als Oper auf der Bühne, sondern als Ausstellungsraum, in dem ihre Entstehung sichtbar wird. Ein Besuch, der den Blick auf Mozarts Meisterwerk erweitert und den Weg dorthin mehr als lohnt.

Mozart Wohnhaus in Salzburg | Museum | Wolfgang Amadé Mozart | Internationale Stiftung Mozarteum | Jetzt Tickets sichern!

Papier lebt. Auch im 21. Jahrhundert.

FASZINATION PAPIER – Rembrandt bis Kiefer

Anselm Kiefer: Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir, 1997 © Albertina, Wien

Ein Mensch liegt im Wasser, der Blick geht nach oben, dorthin, wo der Himmel nicht antwortet, aber leuchtet. Anselm Kiefers Werk ist mehr als ein Bild — es ist ein Denkraum zwischen Kosmos und Gewissen. Als Titelbild dieser Ausstellung öffnet es den Raum für alles, was Papier tragen kann: Sehnsucht, Erinnerung, Widerstand.

Albertina Wien | 11. Dezember 2025 – 22. März 2026

Mein persönlicher Blick:

Papier begleitet mich seit meiner Kindheit: als Fläche, als Geheimnis, als stiller Raum, in dem Linien entstehen wie Wanderwege in einer Landschaft. Wenn ich Papier berühre, denke ich an das Rascheln von Blättern, an die Stille der Berge, an die Spur, die eine Hand hinterlässt, wenn sie wirklich etwas ausdrücken will.

In unserer digitalen Welt, in der vieles laut, schnell und flüchtig geworden ist, berührt mich dieses einfache Material heute mehr denn je. Vielleicht, weil es uns zwingt, langsamer zu werden. Vielleicht, weil es uns erinnert, dass jede Spur eine Berührung braucht.

Die Ausstellung Faszination Papier in der Albertina hat genau dieses Gefühl in mir wachgerufen: eine Rückkehr zum Ursprung des Gestaltens — dorthin, wo die Hand das Material berührt und die Idee ihren ersten Atemzug bekommt.

Angela Glajcar: 2014-061 Terforation, 2014 © Albertina, Wien | Foto: Max Brucker

Papier wird Raum. Angela Glajcar verwandelt das fragile Material in eine geologische Skulptur — Schicht für Schicht, Schnitt für Schnitt. Was leicht wirkt, trägt Tiefe. Was hängt, hält Gedanken. Diese Arbeit ist nicht nur Objekt, sondern eine Einladung, Papier als Körper zu begreifen.

Ein Material im Zentrum

„Faszination Papier“ lautet der Titel der außergewöhnlichen Ausstellung in der Basteihalle der Albertina. In einer Zeit, in der Papier im Alltag fast ins Abseits geraten ist, richtet diese Schau den Blick wieder auf das Wesentliche: auf das Material selbst. Auf das Zeichnen, Schreiben, Schneiden, Prägen, Falten — auf das unmittelbare Gestalten ohne digitale Vermittlung.

Papier wird hier nicht als bloßer Träger verstanden, sondern als Akteur. Als etwas, das Widerstand leistet, sich formen lässt, sich entfaltet, sich verwandelt.

Ein Schatz aus 600 Jahren Kunstgeschichte

Die Albertina beherbergt — neben dem Louvre und dem British Museum — eine der größten Sammlungen von Kunst auf Papier weltweit. Zeichnungen, Druckgrafiken, Aquarelle, Skizzen, Experimente.

Zum 250‑jährigen Jubiläum widmet das Haus diesem reichen Bestand eine große Ausstellung. Rund 140 Werke zeigen die Vielfalt dessen, was Papier sein kann: Träger, Objekt, Körper, Raum.

Kapitel einer Materialbiografie

Die Ausstellung ist in thematische Räume gegliedert — fast wie Kapitel eines Buches, das die Geschichte des Papiers erzählt:

AUS SCHNITT Der Schnitt öffnet das Material, macht es durchlässig, plastisch, neu.

EINDRÜCKLICH UND EINPRÄGSAM Prägungen verwandeln Papier in Relief — Spuren von Werkzeugen, Druckplatten, Berührungen.

DIE WELT IM ÜBERBLICK Karten, Vermessungen, Versuche, die Welt zu fassen und zu verkleinern.

DIE FERNE GANZ NAH Papier als Fenster zum Kosmos — als Ort der Sehnsucht und Orientierung.

VIELE TEILE – EIN GANZES Fragmente, die erst im Zusammenspiel Bedeutung entfalten.

ICH BIN PAPIER Papier als Bühne des Selbst: Identität, Spur, Beobachtung.

ENTFALTUNG IM RAUM Wenn Papier über sich hinauswächst und den Raum erobert.

Ein Beispiel: Rembrandt ganz nah

Rembrandt Harmensz. van Rijn: Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen, 1630 © Albertina, Wien

Unter den ausgestellten Werken findet sich auch Rembrandts kleines, aber intensives „Selbstbildnis mit aufgerissenen Augen“ (1630). Nur wenige Zentimeter groß — und doch ein ganzes Universum an Ausdruck.

Die Technik dahinter:

  • Radierung: Metallplatte mit Ätzgrund, Linien werden eingeritzt, Säure frisst Vertiefungen. Ergebnis: feine, weiche Linien.
  • Kaltnadel: Die Nadel ritzt direkt in das Metall. Ergebnis: kräftige Linien, Grate, samtige Schatten.

In diesem winzigen Gesichtsausdruck liegt eine ganze Epoche — und die Erinnerung daran, wie unmittelbar Kunst auf Papier wirken kann.

„Faszination Papier“ ist mehr als eine Ausstellung. Es ist eine Einladung, das Material neu zu betrachten — als Spur, als Körper, als Denkraum.

Denn vielleicht erinnert uns Papier gerade deshalb an etwas Wesentliches: dass jede Spur eine Berührung braucht und dort jede Geschichte beginnt.

Ausstellung: 11. Dezember 2025 bis 22. März 2026, Albertina Wien Weitere Informationen: http://www.albertina.at

Spuren eines Menschbildes in der Geometrie des Unsichtbaren

Drei Körper. Drei Haltungen. Drei Versuche, Stärke zu zeigen. Doch unter jeder Linie liegt etwas anderes: Nicht Härte, sondern Suche. Nicht Dominanz, sondern Orientierung. Nicht Unverwundbarkeit, sondern ein leiser Riss.

Die Muster in den Körpern erzählen von inneren Räumen: Spiralen, die sich verlieren. Geometrien, die Ordnung versprechen. Kreise, die mehr verbergen als zeigen. Sie sind keine Ornamente, sondern Spuren eines Menschbildes, das viele Männer in sich tragen mussten.

Diese Arbeiten sprechen nicht über Männer, sondern über ein Bild, das viele von ihnen tragen mussten: Stärke zeigen, funktionieren, stillhalten. Ein altes Bild, das noch immer Schatten wirft.

Vom Alpenrand zum Eismeer: Meine Reise zu Oulu 2026

Ein Blick auf Europas neue Kulturhauptstadt, wo Stille zu Präsenz wird und Licht eine eigene Sprache spricht.

Promenade‑Installation „OULU ❄ 2026“ mit Sonnenblumen am Seeufer. Foto: Linnea Laatikainen, Family Meeting 2025

Wieder einmal ist es so weit: Zwei Städte aus den EU-Mitgliedstaaten teilen sich 2026 den Titel Europäische Kulturhauptstadt. Ein kurzer Blick zurück: 1985 wurde diese Erfolgsgeschichte auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri ins Leben gerufen. Seitdem hat sich die Kulturhauptstadt zu einem der ehrgeizigsten Kulturprojekte Europas und zur bekanntesten Kulturinitiative der EU entwickelt.

Ihr Ziel ist klar: Den Reichtum und die Vielfalt europäischer Kulturen sichtbar machen und als Botschafter eines offenen, toleranten Europas wirken.

Die Auswahl erfolgt durch eine EU-Jury, unterstützt von zwei nationalen Expertinnen. Das Verfahren ist zweistufig und beginnt bereits sechs Jahre vor dem Veranstaltungsjahr mit einer nationalen Ausschreibung.

2026 wird ein spannendes Jahr: Oulu in Finnland und Trenčín in der Slowakei tragen den Titel und werden zu kulturellen Aushängeschildern Europas. Was hinter dem Konzept der Kulturhauptstädte steckt – und wie es Städte nachhaltig verändert – zeigt sich besonders eindrucksvoll im hohen Norden.

Oulu 2026 – Wo Europa leise wird

Vom Alpenrand bis an die Küste des Eismeers: Oulu wird 2026 zur europäischen Kulturhauptstadt – und zeigt, wie Kultur aus Stille, Weite und Gemeinschaft entsteht. Eine Reise in den hohen Norden, dorthin, wo Licht eine eigene Sprache spricht und eine Stadt leise, aber klar Europa überrascht.
Stadtansicht von Oulu mit Fluss und Brücke. Foto: Rosa Ruuskanen, Oulun Matkailu – Visit Oulu

Ich beginne mit Oulu, das seine Kulturhauptstadt am 16. Jänner 2026 eröffnet.

Und dort, wo Europa leise wird, liegt Oulu – fast am Ende des Kontinents. Wo das Licht im Winter nur ein schmaler Atemzug ist und der Sommer die Nacht vergisst. Eine Stadt, die gelernt hat, mit Stille zu sprechen und mit Kälte zu denken. 2026 wird sie laut – aber nicht schrill, sondern klar.

Oulu trägt die Kulturhauptstadt wie ein Nordwind: nicht als Dekoration, sondern als Bewegung. Die Stadt will nicht glänzen, sie will berühren. Sie will zeigen, wie Kultur entsteht, wenn Menschen mit Wetter, Dunkelheit und Weite leben.

Oulu ist kein klassisches Kulturzentrum. Die Stadt ist rau, ehrlich, ungeschönt. Ein Ort, an dem man Kultur nicht konsumiert, sondern mitträgt.

Finnland: Glück, Technologie und Kultur

Oulu liegt im hohen Norden Finnlands – einem Land, das regelmäßig zu den glücklichsten der Welt zählt. Finnland ist bekannt für:

  • seine Eishockeyspieler
  • seine Saunen
  • seine düsteren Heavy-Metal-Bands
  • seine skurrilen Weltmeisterschaften (Gummistiefelweitwurf, Luftgitarre, Frauentragen)
  • und für technologische Innovationen

Mit dem Telekommunikationsriesen Nokia ist Finnland ein globaler Technologiestandort. Oulu selbst beherbergt einen großen Nokia-Campus, der sich auf 5G- und 6G-Technologien konzentriert. Forschung und Bildung sind hier tief verankert – ebenso wie eine lebendige Kunstszene, geprägt von der Nähe zur Natur.

Oulu2026 – Kultur als Bewegung

Kultur, Kunst und vielfältige Veranstaltungen erobern 2026 die gesamte nordfinnische Region. Das Programm Oulu2026 wird von Hunderten Künstlerinnen und Künstlern aus Oulu, Finnland und ganz Europa getragen.

Es ist ein Jahr, das zeigen will, wie Kultur aussieht, wenn sie aus einer Landschaft kommt, die von Licht, Wetter und Weite geprägt ist.

And the Flowers Are Melting – Fragile Räume von Isabell Rauchenbichler

Isabell Rauchenbichler und Mirela Baciak, MA im Künstlerhaus Salzburg – ein Moment zwischen Werk und kuratorischer Präsenz. Foto: Christa Linossi

Ein stiller Auftakt ins neue Jahr: Im Künstlerhaus zeigt Isabell Rauchenbichler eine Werkserie aus Wachs, Licht und Erinnerung. Fragil. Schwebend. Nachhallend.

Parallel zur Jahresausstellung öffnet sich im kleinen Kabinett des Künstlerhauses ein stillerer, konzentrierter Raum. Hier zeigt die Salzburger Künstlerin Isabell Rauchenbichler ihre neue Werkserie „And the Flowers Are Melting“ – Arbeiten, die das Zusammenspiel von Wachs, Licht, Oberfläche und Erinnerung ins Zentrum rücken.

Bienen dienen ihr dabei nicht als Motiv, sondern als Denkfigur: als Architektinnen des Ephemeren, als Meisterinnen jener Strukturen, die halten und zugleich nachgeben. Rauchenbichler, die im Vorjahr den Förderpreis der Stadt Salzburg erhielt, arbeitet mit Materialien, die Erinnerungen speichern wie Haut: Wachs, Stoff, Schichten, die Licht durchlassen und zugleich verbergen. Ihre Objekte wirken, als befänden sie sich im Moment des Betrachtens im Wandel – schmelzend, erstarrend, wieder auftauchend. Ein leises Vibrieren zwischen Naturmetapher und innerem Raum.

Schwebender Kokon aus Luftpolsterfolie – zwischen Schutzhaut und Nest, durchleuchtet wie ein innerer Raum. Foto: Christa Linossi – Arbeit von Isabell Rauchenbichler

Im Zentrum des Raumes steht ein großes Objekt aus Luftpolsterfolie, von der Künstlerin „Cluster“ genannt. Es erinnert an ein Nest – weder eindeutig Biene noch Wespe – und wird von einer LED-Lampe durchleuchtet. Ein hybrides Gebilde, das an die Architektur des Bienenstocks anknüpft, ohne sie zu imitieren.

Zur linken Seite befinden sich Arbeiten auf Bienenwachs, mit Pigment und Öl gezeichnet: Milky Way, Cirrous, Breeze und Peak. Filigrane, empfindliche Oberflächen, in denen Fragmente auftauchen – ein Stuhl, eine Tastatur, eine rote Treppe. Spuren, die wirken wie Erinnerungsreste, eingeschrieben in ein Material, das zugleich schützt und dem Verfall ausgesetzt ist.

Stuhl, Tastatur, rote Treppe – Spuren wie Erinnerungsreste, eingeschrieben in schützendes Wachs. Foto: Christa Linossi – Arbeit von Isabell Rauchenbichler

Neben diesen Wachsstrukturen zeigt Rauchenbichler auch Arbeitsanzüge, die an eine lange Tradition erinnern, in der Kleidung den arbeitenden Körper repräsentiert. Hier fungieren die Overalls sowohl als Überreste als auch als Bildträger. Drei bemalte Anzüge tragen die Titel Secret Garden, Soft Bones und Quasiterrestrial Dance. Letzterer verweist auf einen „fast irdischen“ Tanz – eine Bewegung zwischen Bodenhaftung und Transzendenz, die sich gut in Rauchenbichlers Natur‑ und Körpermetaphorik einfügt.

Schutzhaut mit Erinnerungsspuren – Arbeitsanzüge als textile Archive, bemalt, bewahrt, befragt. Foto: Christa Linossi – Arbeit von Isabell Rauchenbichler

Das Studio erweist sich als idealer Ort für diese fragile, poetische Werkserie. Die Installationen wirken leicht, fast schwebend, und öffnen einen Wahrnehmungsraum, der weniger zum Durchdringen als zum Beobachten einlädt – und dennoch nachhallt.

Isabell Rauchenbichler (1972, Salzburg) studierte Bildende Kunst an der Kunstuniversität Linz bei Ursula Hübner.  In ihren Arbeiten verbinden sich Malerei und Objekt zu fragilen, raumbezogenen Installationen, in denen die Wahrnehmung selbst Teil des Werkes wird.

Ein leiser Auftakt ins neue Jahr – und ein Werk, das noch lange nachklingt.

„Dort, wo Fotografie sich verwandelt – drei Bilder, ein Gedanke“

„Wenn Fotografie zur Kunst wird“ Trilogie · neue Arbeiten · Fotomontage / Grafik · © Christa Linossi 2025

Wenn Fotografie zur Kunst wird

Drei Bilder, drei Blicke, drei Bewegungen. Fotografie, die nicht festhält, sondern öffnet. Landschaft trifft Linie, Realität trifft Konstruktion.

Was sichtbar ist, bleibt nur der Anfang. Was entsteht, ist ein Raum dazwischen — ein Spiel aus Form, Gefühl und Imagination.

Diese Trilogie stellt keine Antworten bereit. Sie lädt ein: zum Sehen, zum Spüren, zum Weiterdenken.

Fotomontagen mit grafischen Elementen, verdichtet zu einem Moment, in dem das Bild nicht abbildet, sondern verwandelt.

When Photography Becomes Art

Three images, three views, three movements. Photography that does not capture, but opens. Landscape meets line, reality meets construction.

What is visible is only the beginning. What emerges is a space in between — a play of form, feeling, and imagination.

This trilogy offers no answers. It invites: to see, to sense, to reflect.

Photomontages with graphic elements, condensed into a moment in which the image does not depict, but transforms.

„Jedermann unter der Erde – Hochmair entfesselt die Kaverne 1595“

„Philipp Hochmair entfesselt den Jedermann – zwischen Elektrobeats, Ritual und Unterwelt.“ Foto: © Christa Linossi 2025

Am 3. Adventsonntag lud Philipp Hochmair zum JEDERMANN Razelliremix 2.0 in die Kavernen in Salzburg ein. Ich sah zum ersten Mal Philipp Hochmair in seiner eigenen Inszenierung — diesmal gemeinsam mit dem österreichischen Avantgarde-Musiker Kurt Razelli. Die beiden Individualisten haben den „Jedermann Razelli Remix“ als Clubversion mit Elektrobeats und filmepischen Klangflächen entwickelt und touren damit regelmäßig durch den deutschsprachigen Raum.

Die Kaverne atmet. Feuchter Stein, gedämpftes, blaues Licht, ein Raum, der eher an eine unterirdische Kathedrale erinnert als an einen klassischen Veranstaltungsort. Mit einer VIP-Karte in der Hand betrete ich diesen Höhlenraum, der sich wie ein Resonanzkörper für etwas Unvorhersehbares anfühlt. Kein roter Teppich, kein PR-Gewitter, kein Marketingrauschen. Nur ein einziges Plakat vor dem Museum der Moderne und der SZENE Salzburg kündigte diesen Abend an — und doch war sofort klar: Hier wird etwas passieren. Und es ist passiert.

Philipp Hochmair tritt nicht auf die Bühne.

Er bricht in sie ein.

Sein „Jedermann“ ist kein Theater, keine Lesung, keine Performance im üblichen Sinn. Es ist ein Angriff, ein Ritual, ein körperlicher Akt. Er schleudert Worte, wirft sich hinein, zerlegt und baut gleichzeitig neu. Sein Körper wird zum Instrument, seine Stimme zum Schlagzeug, sein Atem zur Lichtquelle. Man spürt: Dieser Mann braucht keine PR-Agentur. Er ist seine eigene.

„Hochmair im Ausnahmezustand – Jedermann als körperlicher Akt.“ Foto: © Christa Linossi 2025

Es ist faszinierend, ihm zuzusehen, wie er in Sekundenbruchteilen von einer Rolle in die nächste springt und wieder zurück. Ein Sprint, der sich ständig verwandelt — und dabei den Text des „Jedermann“ wie Geschosse in die Menge schleudert.

Zwei Mitspieler verstärken dieses Kraftfeld. Die Kunstfigur Kurt Razelli, maskiert — eine Arnold-Schwarzenegger-Maske, fast anonym — steuert Sound und Licht wie ein chirurgischer Eingriff. Jeder Beat, jede Lichtkante setzt einen Impuls, der Hochmairs Sprache elektrisiert.

Unter der Erde, im blauen Flimmern der Kaverne 1595, entfesselt Philipp Hochmair einen Jedermann, der nicht gespielt wird, sondern passiert. Ein Abend zwischen Elektrobeats, Ritual und Unterwelt – roh, körperlich, unvermittelt. Ein Erlebnis, das nachhallt.
„Der Tod spielt Gitarre – zwischen Volkskultur und Rockmythos.“ Foto: © Christa Linossi 2025

Und dann der Tod: Ein Mann mit Trachtenhut, Maske und E‑Gitarre. Eine Figur zwischen Volkskultur und Rockmythos. Er eröffnet und beendet den Abend wie ein musikalischer Totengräber, der gleichzeitig Leben spendet.

Dass dieser Abend überhaupt stattfindet, ist einem Mann zu verdanken, der im Hintergrund wirkt: Martin Herbst, der Veranstalter. Ich begegne ihm kurz vor Beginn — sympathisch, offen, präsent. Er erzählt mir, dass er diese Produktion nach Salzburg geholt hat, ohne großes Budget, ohne PR-Maschinerie, einfach aus Überzeugung. Ein Kulturermöglicher, kein Kulturverwalter. Einer, der Räume öffnet, statt sie zu verwalten. Ohne ihn gäbe es diesen Abend nicht.

„Hochmair & Herbst – Kultur aus Überzeugung.“ Foto: © Christa Linossi 2025

Die abgespeckte Form des JEDERMANN Razelliremix 2.0 macht ihn nur stärker. Keine Kulisse, keine Kostüme, keine Effekte. Nur Körper, Stimme, Sound, Licht. Ein Jedermann, der nicht erzählt wird, sondern passiert.

Hochmair ist schlichtweg ein Schauspieler der Extraklasse. Er schafft es, den „Jedermann“ als Ein-Mann-Stück so zu inszenieren, dass sich niemand im Publikum langweilt. Im Gegenteil: Man muss voll bei der Sache sein, um die rasanten Rollenwechsel nicht aus den Augen zu verlieren.

Für mich war es ein gewaltiges Erlebnis. Nicht, weil es laut war. Nicht, weil es spektakulär war. Sondern weil es roh war. Echt. Unvermittelt.

Ein Abend, der sich nicht erklären lässt, sondern wirkt — wie ein Schlag, der nachhallt.

„Was wir sehen – und was wir übersehen“

Mehr Augen als Antworten. Carlos bleibt Kontur – die Liebe auch. Experimentelle Fotografie. Keine KI. Photoshop & Grafik: Neueste Arbeit © Christa Linossi 2025

Was wir sehen – und was wir übersehen

Manchmal zeigt uns ein Bild mehr, als wir im ersten Moment erfassen wollen. In meiner Serie „Liebe ist nur eine Illusion“ untersuche ich jene Zwischenräume, in denen Wahrnehmung und Wunsch ineinanderfließen. Konturen werden zu Fragen, Schatten zu Andeutungen, und das Sichtbare beginnt, sich leise zu verschieben.

Diese neue Arbeit spielt genau mit diesem Moment des Kippens: dem Augenblick, in dem wir glauben zu erkennen – und doch nur unsere eigene Projektion betrachten. Eine Einladung, genauer hinzusehen. Oder vielleicht: anders.

„Was sehen wir wirklich, wenn wir lieben — und was projizieren wir nur?“

„Ein Jahr voller Konturen, Fragen und neuen Blicken geht zu Ende — und die Illusionen beginnen zu sprechen. Ein Jahr schließt sich, doch der Blick bleibt wach.“

Hommage an Arnulf Rainer

Arnulf Rainer 2012 Foto: Copyright Christian Wind

Ein Moment mit Arnulf Rainer – Galerie Ropac, 2021 Er stand neben mir, leise und wach, ein Mann mit weißem Haar, Stock in der Hand, und einem Blick, der mehr sah als das Sichtbare. Ich trug Weiß, er trug Geschichte. Hinter uns das Schild Biennale Venezia — ein Zeitfenster, das sich für einen Atemzug öffnete.

Ich sprach ihn an, nicht als Journalistin, sondern als Frau, die als junges Mädchen die ORF-Meldung über den Einbruch in sein Atelier hörte und sich fragte: War das Vandalismus oder eine Inszenierung?

Seine Antwort war ein Satz, der mir bis heute nachhallt:

„Besuchen Sie das Raimund Seminar – dann werden Sie Künstlerin.“ Ich verstand. Und er verstand, dass ich verstand.

Zwischen uns: kein Interview, kein Protokoll, sondern ein kurzer, intensiver Austausch, wie ein Pinselstrich über ein bereits bestehendes Bild.

Arnulf Rainer und Christa Linossi – Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg Ein kurzer Moment, der Geschichte und Gegenwart berührte. Foto: Manfred Siebinger

Arnulf Rainer (1929–2025)

Ein österreichischer Künstler, der die Kunstgeschichte übermalte

Arnulf Rainer, geboren am 8. Dezember 1929 in Baden, ist am 18. Dezember 2025 im 96. Lebensjahr verstorben. Mit ihm verliert die Kunstwelt eine Stimme, die über Jahrzehnte hinweg Grenzen verschoben, Sehgewohnheiten irritiert und das Sehen selbst neu definiert hat. Sein Werk bleibt — unvergesslich, unerschöpflich, unverwechselbar.

Als Wegbereiter der informellen Malerei in Österreich entwickelte Rainer jenes Prinzip, das zu seinem Markenzeichen wurde: die Übermalung. Was als Befreiung vom Surrealismus begann, wuchs zu einem vielschichtigen Repertoire aus Überzeichnungen, gestischen Eingriffen, Hand- und Fingerarbeiten. Ikonisch wurden seine „Face Farces“ und „Body Poses“ — fotografische Selbstporträts, die er mit expressiven Malereigesten überzog, als würde er mit Farbe direkt in sein eigenes Antlitz eingreifen.

Rainer war nicht nur ein Meister der Form, sondern auch ein Denker. Seine Schriften öffnen Fenster in seine Arbeitsweise, seine Zweifel, seine geistige Beweglichkeit. Er inspirierte Generationen von Künstler:innen — nicht durch Gefälligkeit, sondern durch Radikalität.

Ein Künstlerleben voller Brüche und Neuanfänge

Zwischen 1940 und 1944 besuchte Rainer die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Traiskirchen. Als er gezwungen wurde, „nach der Natur“ zu zeichnen, verließ er die Schule — und beschloss, Künstler zu werden.

1950 gründete er mit Fuchs, Lehmden, Brauer, Hollegha, Prachensky und Mikl die „Hundsgruppe“. 1951 reiste er mit Maria Lassnig nach Paris, wo er Pollock und Riopelle begegnete. Ihre Spuren sind in seinen frühen Arbeiten spürbar. Otto Breicha nannte ihn einmal einen „Möchtegernsurrealisten“ — ein Etikett, das Rainer mit seiner späteren Radikalität endgültig sprengte.

Ab 1953 begann er, fremde und eigene Werke zu übermalen — nicht als Zerstörung, sondern als Dialog. Ein Weiterdenken, ein Weiteratmen.

Die Atelier-Einbrüche – Legenden, die ihn begleiteten

Als ich ihn 2021 darauf ansprach, erinnerte ich mich. Mich beeindruckte eine ORF-Meldung aus den 1970er-Jahren als junge Kunstinteressierte. Die Meldung elektrisierte mich: Einbruch in sein Atelier, zerstörte und übermalte Werke, Spekulationen zwischen Vandalismus und Inszenierung.

Er lächelte nur. Und gab mir seinen berühmten Satz.

1994 folgte ein weiterer Angriff: 38 Bilder an der Akademie der bildenden Künste wurden großflächig mit schwarzer Farbe überzogen, nur die Signaturen blieben sichtbar. Erst 2019 wurde der Täter — ein ehemaliger Student — identifiziert. Ein spätes Ende einer langen Legende.

Auszeichnungen & Ehrungen

Rainers Bedeutung spiegelt sich in einer beeindruckenden Reihe internationaler Anerkennungen:

  • 1981 Professur an der Akademie der bildenden Künste Wien (bis 1995)
  • Mitglied der Akademie der Künste Berlin
  • 1989 Retrospektive im Guggenheim Museum New York — die erste für einen lebenden europäischen Künstler
  • 2003 Rhenus-Kunstpreis
  • 2004/2006 Ehrendoktorate Münster und Linz
  • 2006 Aragón-Goya-Preis
  • 2015 österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
  • 2019 Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
  • 2025 Großes Goldenes Ehrenzeichen für sein Lebenswerk

Ein Museum für einen Unruhigen

2009 eröffnete in Baden das Arnulf-Rainer-Museum — ein architektonisches Juwel, das seinem Werk gewidmet ist. Ein Ort, der seine Übermalungen nicht als Zerstörung, sondern als Verwandlung zeigt.

Arnulf Rainer Museum, Baden Ein Ort, der Rainers Werk nicht ausstellt, sondern atmet. Foto: Wolfgang Thaler, © Arnulf Rainer Museum

Zitat aus „Hirndrang“

„Ich betrachte Kunst als etwas, das den Menschen erweitern soll. Wenn sich der Mensch nicht müht, ist er ein reduziertes Wesen. Kunst ist für mich eine Hilfe für den Menschen und eine Form, sich zu entfalten.“

Epilog – Rainers Vermächtnis heute

Arnulf Rainer hat die Kunst nicht verschönert. Er hat sie geöffnet. Er hat sie befragt. Er hat sie übermalt, um sichtbar zu machen, was darunter liegt — und was darüber hinausgeht.

Sein Werk bleibt ein lebendiger Widerstand gegen das Glatte, das Gefällige, das Fertige. Es fordert uns heraus, weiterzusehen, weiterzudenken, weiterzugehen.

Für mich bleibt er ein Künstler, der mir in einem einzigen Satz eine Tür geöffnet hat.

In Erinnerung an Arnulf Rainer.

Links zu meinen früheren Artikeln